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NÖK és a KNK oldal


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tuesday and
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Featuring live DJ sets from Lloyd, Kiana & Mitchell K. 18.00 - 22.45 24 — 09 $79.00 learn more view trailer
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Bristol based producer and performer Kelly is live on air for an hour. 18.00 - 22.45 24 — 09 $79.00 learn more view trailer
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Kerepesi Német Kultúregyesület

Kerepesi Német Baráti-kör – Stammtisch-klub – Edelweiss kórus

Pályázati programaink Magyarország kormánya, a BGA és az EMET – EMMI és Német Önkormányzat Kerepes támogatásával jött létre

Elsőként, 2010-ben a Stammtisch klub alakult meg. Majd az Edelweiss kórus is létre jött. Egyesületi formába, 2012-től lett hivatalosan is bejegyzett közösség. Azóta tagjai gyarapodnak és ha ezt oldalunkat megtekinti, láthatja, hogy mára Kerepesen talán az egyik legaktívabb közösség lett a K.N.K. egyesület. Mindenkit köszöntünk az oldalon, Kertészné Szente Margit nevében is, a KNK -kultúregyesület.

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Das schwere Schicksal der ersten Siedler bewahrte auch die Volksdichtung. Der Text des folgenden Volksliedes ist charakteristisch für diese Periode: Die Donau fließt und wieder fließt (Aus der Ansiedlungszeit) Die Donau fließt und wieder fließt wohl Tag und Nacht zum Meer. Ein’ Well die andere weiterzieht und keine siehst du mehr All’ Frühjahr kehren d’Schwälblein zurück der Storch kommt wieder her, doch die gen Ungarn zogen sind, die kommen nimmermehr. Das Ungarland ist’s reichste Land, dort wächst viel Wein und Treid, so hat’s in Günzburg man verkünd’t, die Schiff stehn schon bereit, dort geits viel Vieh und Fleisch und G’flüg, und taglang ist die Weid, wer jetzo zieht ins Ungarland, dem blüht die goldne Zeit. Mein Schätz hat auch sein Glück probiert, doch nicht zum Zeitverteib, und eh’ der Holler’s drittmal blüht so hol ich dich als Weib, und sieben, sieben lange Jahr, die sind jetzt nun hinab, ich wollt, ich wär bei meinem Schatz, doch niemand weiß — sein Grab. A Duna a tengerbe folyik (A Magyarországra település idejéből) A Duna a tengerbe folyik nappal meg éjszaka. Hullám hullámot csalogat, egyet se látsz már soha. A fecske tavasszal visszatér, gólya száll valahova, de aki Magyarországra ment, Nem jön már vissza soha. Magyarország a leggazdagabb, búzája, szőleje jó, Günzburgban ez megmondatott, készen áll mind a hajó, sok ott a barom, a hal, a vad, szép legelő, laktató, aki most Magyarországba megy, annak lesz világa jó. Szerencsét próbált a kedvesem, nem unalom vitte el, mielőtt a bodza hármat virít, elviszlek, párom leszel, s eltelt hét hosszú, hosszú év, aki megélte, tudja jól, most keresném a kedvesemet, de sírja sincs sehol. (Übersetzt von Márion Kalász Die Deutschen sind vor allem aus dem mittel- bzw. süddeutschen Raum nach Ungarn eingewandert. Die deutschen Mundarten in Ungarn sind sog. Mischmundarten, die ihre heutige Form in der neuen Heimat erhalten haben. Eine ostdonaubairische (ostmittelbairische) Mundart herrscht bei den Deutschen in Nordwestungarn: bei den Heidebauern auf der Wieselburger Heide und bie den Heanzen bzw. “Bohnenzüchtern” in und um Odenburg. Sprachlich gesehen ist dieses Gebiet die Fortsetzung von Österreich, es ist aber auch eine eigenartige lokale Entwicklung zu beobachten. Die Ortsmundarten des Raab-Lafnitztales führen bereits zum steirisch-südbairischen Dialektraum hinüber. (Der Ursprung des Namen “Heanze” ist bestritten, die Volksethymologie kennt mehrere Erklärungen, eine hält das deutsche Wort “jetzt” für das Grundwort, das zur Mundartsvariante “hietz”, “hienz” wurde, nach einer anderen Erklärung ist der Eigenname “Heinz” das Grundwort. Interessant ist, daß die Heanzen auch zwischen den Bewohnern der einzelnen Dörfern einen Unterschied machen, so heißen die im Raab-Lafnitztal lebenden nach einer Anekdote “Pummheanzen”, da sie bei dem Besuch eines Gutsherrn die Mörser etwas zu früh abfeuerten. Die andere Gruppe heißt die “Bohnenzüchter”, da die Deutschen um Odenburg viele Speisen aus Bohnen kennen, eine Lieblingsspeise ist die Bohnentorte, die mit Quark und Rahm angefertigt wird.) Das Ungarische Mittelgebirge gliedert sich nicht nur geographisch, sondern auch mundartlich in einen Ost- und einen Westabschnitt, die durch die Moorer Senke getrennt sind. Im Norden liegt isoliert Deutschpilsen/Nagybörzsöny, deren eigenartige südbairische Mundart viele archaische Züge bewahrt. Der Ostabschnitt nördlich der Moorer Senke wurde von den bairischen Mundarten des Ofner Berglandes gestaltet und ausgeglichen, an den Rändern gibt es aber kleinere deutsche Sprachinseln: eine ostfränkische Mundart spricht die Sendemer Gruppe (Szende/Szendehely, Berkeine/Berkenye, Galine/ Katalinpuszta), am Donauknie herrscht in vier Dörfern eine ziemlich einheitliche rheinfränkisch-donaubairische Mischmundart (Sebegin/Zebegény, Großmarosch/ Nagymaros, Kleinmarosch/Kismaros, Bogdan/Dunabogdány). Diese Mischung ist auch für die Bergwerksiedlung Tscholnok/Csolnok bei Dorog charakteristisch. Ofen/Buda und Pest haben bis um die Jahrhundertwende die Formen der wienerisch getünchten ostdonaubairischen Verkehrssprache an die umliegenden deutschen Dörfer vermittelt. Pest und Schorokschar/Soroksár haben eine mit schwäbischen Elementen durchsetzte bairische Mundart, die einen Übergang zur in Tax/Taksony und Harost/Dunaharaszti gesprochenen Mundart bildet. Die deutschen Dörfer der Tschepeler-Insel heben sich durch ihren archaischen Charakter von den Mundarten des Ofner Berglandes ab. Einige Siedlungen (Werischwar/Pilisvörösvár im Pilischgebirge) sondern sich durch eine starke Diphtongierung bzw. durch die “Wiener Monophtongierung” sowie durch ihre “unruhige” Sprachmelodie von der Umgebung ab. Eine mehrfache Mundartschichtung kennzeichnet das Schildgebirge/Vértes: neben den donaubairischen Mundarten finden wir am östlichen Rand des Bakonyer-Gebirges, sowie im Welenzer-Gebirge bairisch durchdrungene rheinfränkische Reste. Im Westabschnitt des Mittelgebirges werden neben dem bairischen rheinfränkische (Kischludt/Kislőd, Waschludt/Városlőd, Bandau/Bánd) und südfränkische (Plattenseeoberland/Balaton-felvidék) Mundarten gesprochen. Die Mundarten im südöstlichen Transdanubien und in der Nordbatschka haben einen fränkischen, schwäbischen Charakter. Auf dem größeren Teil von der Tolnau entstand ein hessischer und im Süden, in der Branau ein “fuldischer” Dialektraum, worauf auch die volkstümliche Benennung der Gruppe, nämlich Stiffoller “Stift Fuldaer” verweist. (Ihre eigenartige Wurstspezialität “stifolder” ist auch bei den Ungarn auf dem Lande beliebt.) In der Schomodei ist der bairische Element, besonders im Wortschatz stark vertreten. Die meisten Stiffoller siedeln in der Branau, nördlich davon sind nur einige Dörfer (Mutsching/ Mucsi, Seiwicht/Závod). Eine schwäbische Mundart findet man in Hajosch/Hajös an der Donau, in Dewel, Kleindorog/Kisdorog und Sumpa/Zomba in der Tolnau. Natürlich kommen schwäbische Elemente auch in fränkischer Umgebung vor (z.B. in Apar und Jood/Gyöd). Vereinzelt steht die alemannische Mundart von Arpad/Nagyárpád (heute gehört es zur Stadt Fünfkirchen). In den deutschen Dörfern im Tokaier Bergland sind das schwäbische Vokalsystem und das fränkische Konsonantensystem charakteristisch.

Die Ungarndeutschen

Im folgenden möchten wir die Geschichte der Deutschen in Ungarn im breiteren Sinne, sowie ihre Bräuche, Lebensform, ihren Sprachgebrauch und ihre interethnischen Eigenartigkeiten im Karpaten-Becken vorstellen. Schwabenbälle, bunte Volkstracht, Blech- und Schrammelmusik, Volkstanzfestivale, dies ist, was über die deutsche Nationalität, oder wie es im allgemeinen gesagt wird über die Schwaben, in Ungarn alle schon gehört haben und wissen. Wer sind diese Schwaben, sind sie wirklich Schwaben im engsten Sinne des Wortes? Claus Jürgen Hutterer schrieb in seinem Aufstaz über die deutsche Volksgruppe in Ungarn, daß die Benennung des in der Neuzeit angesiedelten Deutschtums im ganzen Karpaten-Becken und in den Sprachen der Nachbarvölker verbreitet ist. Obgleich wahre Schwaben sich nur im Komitat Sathmar niederließen — davon sind heute nur noch zwei Dörfer auf ungarischem Gebiet. Wie konnte der Name einer so winzigen Minderheit zur allgemein gebrauchten Benennung des Deutschtums in Ungarn werden? Die pars pro toto Benennung fremder Völker ist keine Seltenheit, auch die Franzosen haben den Namen eines Stammes, den der Alemannen auf das ganze deutsche Volk bezogen, sogar in Ungarn bezeichnete im Mittelalter der Name eines Stammes, der Sachsen, alle Deutschen, ausgenommen die Bayern. Auch im Falle des Namen der Schwaben ist dies der letzte Grund. Die große Mehrheit der ersten Siedler kam tatsächlich aus dem Schwabenland -aus Schwaben, Württemberg — durch Ulm, auf einem langen Donau-Weg nach Ungarn. In vielen Dörfern bezeugt dies auch heute noch die “Schwabengasse”-Benennung. Dieser Stammesname befestigte sich in den Sprachen der im Donau-Becken lebenden Völker, als die Benennung der nach der Türkenherrschaft angekommenen deutschen Siedler. Der Namengeberstamm selbst, lebt in dieser Region eher in seinem Namen weiter. Diese ersten Siedlern wurden durch die großen Pestseuchen des 18. Jahrhunderts dezimiert, andererseits wanderten sie weiter entlang der Donau nach Süden, bis zur Dobrudscha und in die Ukraine, sogar zum Fluß Volga, über den Kaukasus. Charakteristisch ist, daß die Nachkomen der Schwaben zum Beispiel in der Ukraine von den anderen deutschen Siedlern noch im 20. Jahrhundert als die Ungarn bezeichnet wurden, obwohl man genau wußte, daß sie Schwaben sind. Auf ihren Platz traten im Karpaten-Becken beinahe überall Bayern und Franken, die den Namen “Schwaben” ererbt haben. Das 18. Jahrhundert war noch nicht die Periode des Stammesselbstbewußtseins, und diese Bayern und Franken konnten über sich selbst als über Deutschen sprechen, so hatten sie keine Einwände gegen den auf sie ausgedehnten Namen. Es ist kein Zufall, daß gegen die Bezeichnung “Schwabe” nur dort protestiert wurde — und auch heute noch protestiert wird — , wo dies auf historische Traditionen stoßt: in Westungarn und — in einer Siedlung vor der Türkenherrschaft — in Deutschpilsen/Nagybörzsöny. Und da dieser Name in erster Linie die Bauernsiedler bezeichnete, protestierte dagegen auch das ansonsten mit ihnen gleichartige städtische Bürgertum. So bekam dieser Volksname innerhalb des Deutschtums in Ungarn eine soziale Wertordnung, also “schwäbisch” wurde im Begriff mit “bäurisch” identisch. Dies macht verständlich, daß der Name “Schwabe” auch die Bezeichnung der Mehrheit des Deutschtums in Ungarn werden konnte.

 
 
1. Zur Geschichte der Ungarndeutschen

Das Karpatenbecken war seit prähistorischer Zeit von verschiedenen — vor allem indoeuropäischen —Völkern bewohnt. Nach dem Verfall des Weströmischen Reiches im Jahre 476 n. Chr. lebten vor allem verschiedene germanische — Langobarden, Skiren, Gépiden — und slawische Stämme auf dem Gebiet Pannoniens. Das später „deutsch” genannte Volk, das sich im Laufe des 8.-9. Jahrhunderts im östlichen Teil des Frankenreiches entfaltete, lebte nördlich der Alpen. Das Deutschtum im Karpatenbecken war also kein Ureinwohner, aber schon im Laufe des 9. Jahrhunderts erschienen die ersten ostfränkischen Sippen in Pannonién. Die fränkische (frühdeutsche) Ansiedlung spielte sich auf verschiedene Art und Weise ab. Einerseits kamen die Franken nach 800 n. Chr. als Eroberer nach Pannonién. Nach dem Verfall des Awarenreiches siedelten sie sich durch die Zurückdrängung der Awaren und der anderen Völker an. Andererseits wurde die frühere, eingeborene Bevölkerung von ihnen langsam, aber sicher assimiliert. Der fränkische Kaiser Karl der Große gründete zwei Markgrafschaften auf dem Gebiet Pannoniens — die Ostmark und Friaul -, sie sollten die Ostgrenzen des Frankenreichs schützen. Infolge der östlichen Expansion des Frankenreichs ließ sich eine Bevölkerung mit fränkischer und bayerischer Sprache auf dem Gebiet Pannoniens und des Großmährischen Reiches nieder. Die während des 9. Jahrhunderts gegründeten deutschen Siedlungen waren in der Gegend des Plattensees und Fünfkirchens/Pécs konzentriert. (Die deutschen Namen der Siedlungen und der Landschaften sind in Kapitel 6 zu finden.) Die am Ende des 9. Jahrhunderts einsetzende ungarische Landnahme veränderte grundsätzlich die politische und gleichzeitig auch die ethnische Landkarte des Karpatenbeckens. Im Karpatenbecken wurden beide Markgrafschaften infolge der Angriffe der Ungarn und der Mährer am Anfang des 10. Jahrhunderts vernichtet. Der ostfränkische König Otto der Große (935-973) gründete später als deutsch-römischer Kaiser abermals die Markgrafschaft Ostmark. Trotzdem kamen wegen der politischen Situation keine neuen fränkischen oder anderen „deutschen” Siedler aus dem Deutsch-Römischen Reich ins Karpatenbecken. Im ungarischen Fürstentum des 10. Jahrhunderts lebte keine bedeutende deutsche Bevölkerung. Die ungarische Staatsgründung brachte eine Veränderung aus der Sicht der deutschen Ansiedlung und nach hundertjähriger Abwesenheit ließen sich Deutsche als Gäste (hospites) wieder in größerer Zahl im Karpatenbecken nieder. Vor allem kamen Ritter, Priester, Mönche und Bauern nach Ungarn und spielten eine bedeutende Rolle in der um die Jahrtausendwende begonnenen Christianisierung Ungarns. Die deutschsprachige Bevölkerung erfüllte wichtige Aufgaben im militärischen, politischen, kirchlichen und wirtschaftlichen Leben des Landes. Was für eine eminente Rolle die angesiedelten Deutschen im Leben des ungarischen Staates hatten, wird durch einige Beispiele aus jener Zeit beleuchtet. Die deutsche Bevölkerung, die endang der Flüsse Kraszna und Bereteu angesiedelt wurde, verteidigte schon im 11. Jahrhundert das Tor von Meszes gegen die Angriffe der östlichen Nomaden. Dieses Tor bildete eine wichtige Straße zwischen der großen ungarischen Tiefebene und Siebenbürgen. Im Jahre 1052 versenkte ein deutscher Burgsoldat, Sothmund (der ungarischen Überlieferung nach der „Taucher Kund”) die deutschen Schiffe auf der Donau, die die Stadt Preßburg/Pozsony belagerten. Preßburg/Pozsony hatte schon im 11. Jahrhundert in großer Anzahl eine deutsche Bevölkerung, erhielt das Stadtrecht aber erst Anfang des 13. Jahrhunderts. 1074 übergab König Salomon seinem Schwager, dem deutschen Kaiser Heinrich IV. die Stadt Wieselburg/Moson. Der Kaiser begüterte mit diesem Gebiet deutsche kirchliche und weldiche Großgrundbesitzer des deutsch-römischen Reiches. Wieselburg/Moson erhielt zusammen mit Ungarisch-Altenburg/Magyaróvár 1354 das Ofner Stadtrecht. Vom 11. Jahrhundert an wuchs die Bevölkerung Westeuropas mit rasender Geschwindigkeit und dies führte dazu, daß die deutschen Bauern nach Osten, nach spärlich bewohnten Gebieten auswanderten. Unter der Regierung von Géza II. aus der Dynastie der Árpádén (1141-1162) nahm die Ansiedlung der deutschsprachigen Bevölkerung in Ungarn in größerem Maße ihren Anfang. Die Zielorte dieser Ansiedlung waren Oberungarn und Siebenbürgen. Die Zahl der Gäste (hospites), die unter der Regierung von Géza IL nach Ungarn kamen, erreichte etwa 500 Familien, also etwa 2000-2500 Menschen. Die Bevölkerungszahl der Deutschen wuchs in den kommenden Jahrzehnten des 12. Jahrhunderts durch weitere Kolonisten und durch die natürliche Bevölkerungszunahme. Infolge der Ansiedlungen bildeten sich zwei Siedlungsgebiete im Ungarn des Mittelalters heraus: die Zips und der Königsboden. Die Zips umfaßt das von den Sachsen bewohnte Gebiet, das entlang der ösdichen und südöstlichen Abhänge der Hohen Tatra und entlang des Flusses Popern liegt. Der Name des sächsischen Gebietes in Siebenbürgen wird auf die Belehnung durch Géza IL zurückgeführt. Der Königsboden war durch die Flüsse Mieresch, Groß-Kokeln, den Alt und durch das Hermannstädter Gebirge begrenzt. Die Aufgabe der deutschen (sächsischen) Siedler war die Bevölkerung der spärlich bewohnten Gebiete, sie zu bewirtschaften und gleichzeitig die Grenzen dieser Gebiete zu verteidigen. 1211 rief Andreas IL den aus dem Heiligen Land vertriebenen Deutschen Ritterorden ins Land und siedelte ihn im Burzenland an. Der Deutsche Ritterorden siedelte seinerseits weitere deutsche Kolonisten im Burzenland an. Dieses Gebiet lag südlich des Alts, nördlich des Kronstädter Gebirges (des Törcswarer Passes und der Tömöscher Enge) und wurde durch den Ritterorden zu einem System von Burgen und Festungen ausgebaut. Infolge dieser Tätigkeit entstanden die deutschen Dörfer des Nösnerlandes und die sächsischen Gemeinden im Burzenland, ähnlich wie früher auf dem Königsboden. Als der Deutsche Ritterorden durch die Stärkung seiner Lage nach der Abtrennung des ganzen Gebietes von Ungarn und nach der Gründung eines selbständigen Ordenstaates strebte, und als er das von ihm beherrschte Gebiet zum Lehen des Papstes erklären wollte, wurde er von Andreas IL 1225 vertrieben. 1224 ist ein wichtiges Jahr in der Geschichte des Deutschtums im Karpatenbecken, denn der König regelte in diesem Jahr in einem großen Freiheitsbrief, im sogenannten Andreanum, die Rechte der Siebenbürger sächsischen (ausschließlich auf dem Königsboden angesiedelten) Bevölkerung. Laut Freiheitsbrief durfte der König den Boden der Sachsen niemanden zum Lehen geben, die Sachsen standen daher unmittelbar unter der Gerichtsbarkeit des Königs und des Hermannstädter Grafen. Mit dem Andreanum hatte der König das Ziel, die zwischen Broos/ Szászváros und Bárót lebende Bevölkerung juristisch zu einen. Von da an strebten die Siebenbürger Sachsen stets danach, ihre im Andreanum festgeschriebenen Privilegien vom jeweiligen König anerkennen und bekräftigen zu lassen. Die sächsische Bevölkerung, die in anderen Gebieten Ungarns lebte, strebte danach, daß der König die in dem großen Freiheitsbrief festgeschriebenen Rechte auch auf sie erweitere. So wurde das Andreanum von beinahe jedem ungarischen König erneuert, so z.B. 1317 von Karl Robert (1308-1342). Ludwig d. Große (I.) (1342-1382) erweiterte 1366 die im Andreanum festgeschriebenen Freiheiten auf das Nösnerland (Komitat Bistritz-Naßod), König Sigismund (1387-1437) tat 1422 dasselbe in Bezug auf das Burzenland. Am 24. November 1271 verlieh König Stephan V. aus der Dynastie der Árpáden (1270-1272) der sächsischen Bevölkerung in Oberungarn, in der Zips, einen großen Freiheitsbrief. Dieser Freiheitsbrief sicherte gleiche Rechte wie das Andreanum. Die sächsische (deutsche) Bevölkerung strebte somit nach allgemeingültigen Privilegien. Die erlassenen Freiheitsbriefe sicherten die folgenden Rechte und Verpflichtungen: Die Unabhängigkeit von den Komitatsbehörden Die unmittelbare Verbindung zur königlichen Macht Weitgehend unabhängige Gerichtsbarkeit und Verwaltung Die freie Wahl der Beamten der unteren Stufe aus den eigenen Reihen Die Wahl der Geistlichen In der Heeresorganisation: Aufstellung getrennter Truppen Dem König Obdach gewähren Spezifisch geregelte Steuerleistungen und Abgabeverpflichtungen Innerhalb des Deutschtums im Karpatenbecken bildete sich keine eigene Adelsschicht heraus, denn dies wurde durch die mitgebrachten Gewohnheitsrechte und durch die königliche Regelung verhindert — die königlichen Beamten der unteren Stufe wurden zu frei gewählten Beamten: z.B. der Siebenbürger Sachsengraf, zu dessen Ernennung auch die königliche Zustimmung gebraucht wurde. Ähnliche Aufgaben hatten auch die sächsischen Schultheißen (soltészek), die vom 12. Jahrhundert an die Ansiedlung der bis dahin unbewohnten Gebiete von Oberungarn leiteten, danach wurden sie vom Richter der Siedlergemeinden. 

Auch die ungarische Benennung „soltész” stammt vom deutschen Wort Schultheiß.

 Zahlreiche frühere hospes-Siedlungen erhielten von den Königen, von den kirchlichen oder weltlichen Großgrundbesitzern das „deutsche” (bzw. „sächsische”) Stadtrecht. In der begonnenen Entwicklung der Städte im mittelalterlichen Ungarn hatten die Sachsen eine entscheidende Rolle, denn die Bevölkerung dieser Gemeinden bestand vor allem aus Deutschen und die Bewohner einiger Städte waren ausschließlich Sachsen. Die Städte schlossen sich aktiv auch an die politischen Geschehnisse an. Nach dem Aussterben der Árpádén wurde die politische Führung Ungarns unter den mächtigen Großgrundbesitzern (Territorialherren — kiskirályok) zersplittert. Zugleich erhoben mehrere Thronbewerber ihren Anspruch auf den ungarischen Thron. Aus dem politischen Durcheinander bedeutete der Machtantritt von Karl Robert, der Mitglied der Dynastie von Anjou aus Neapel war, einen Ausweg. Als die Städte dies erkannten, traten sie an Karl Roberts Seite und nahmen tätigen Anteil an den Kämpfen; so errang der König z.B. 1312 in der Schlacht bei Rozgony durch das tapfere Standhalten der Bürger aus Kaschau/Kassa — die überwiegend Deutsche waren — den Sieg über das Geschlecht der Aba und über ihren Verbündeten Máté Csák. Der gleiche Wandel wie bei den Siebenbürger Sachsen, also das Streben nach politischer Autonomie wird dadurch deutlich, daß die Zipser Sachsen in demselben Jahr 1312 den Zipser Bund begründeten. 1324 lehnten sich die Siebenbürger Sachsen offen gegen die königliche Macht auf. Der Aufstand wurde dadurch ausgelöst, daß Thomas als Graf von Szolnok und als Woiwode von Siebenbürgen zugleich auch Graf von Hermannstadt sein wollte. Der sächsische Aufstand wurde vom Sachsengraf Henning von Petersdorf (Petersdorf/Péterfalva bei Mühlbach/Szástsebes) geleitet. Henning von Petersdorf fiel im Kampf bei der Repser Burg/Kőhalom vára, seine Güter wurden wegen Hochverrats eingezogen. Der Aufstand wurde in Blut erstickt. Der Aufstand von 1324 stand der wirtschaftlichen Entwicklung zwar nicht im Wege, aber die von den Sachsen so heiß ersehnte politische und rechtliche Einheit wurde für weitere 150 Jahre aufgeschoben und konnte erst unter der Regierung des Königs Matthias (1458-1490) realisiert werden. Nach Niederwerfung des Aufstandes wurde die Provinz der Sachsen auf dem Königsboden neu organisiert. Es wurden neben dem Hauptsuhl Hermannstadt/Nagyszeben sieben weitere Stühle eingerichtet. Diese Stühle waren in der historischen Reihenfolge Schäßburg/Segesvar, Mühlbach/Szászsebes, Groß-Schenk/Nagysink, Reußmarkt/ Szerdahely, Reps/Kőhalom, Leschkirch/Újegyháza, Broos/Szászváros. Vom Ende des 15. Jahrhunderts an schlossen sich zwei weitere Stühle — Mediasch/Medgyes an der Kokel, Großschelken/Nagyselyk — und der Kreis von Kronstadt/Brassö sowie der Kreis Nösen/ Beszterce den sieben Stühlen an. 1464 erhielt der Hauptstuhl Hermannstadt/Nagyszeben das Recht, den Königsrichter des Stuhles selbst zu wählen. 1469 bekamen die anderen sächsischen Stühle dieses Recht. Der höchste königliche Würdenträger der Siebenbürger Sachsen war der sogenannte Sachsengraf, mit anderem Namen der Gespan von Hermannstadt/Nagyszeben (Comes Universitas Saxonum), der durch den im Jahre 1486 von König Matthias ausgestellten Freiheitsbrief der erste königliche Würdenträger der sächsischen Nationsuniversität Siebenbürgens wurde. Im Laufe des 14. Jahrhunderts erlebten die Städte eine gewaltige wirtschaftliche Entwicklung. Diese Entwicklung betraf in erster Linie die sächsischen Städte von Siebenbürgen. Neben Syrmien in Südungarn zählten die Siebenbürger Sachsenstühle zu dieser Zeit zu den höchstentwickelten Gebieten Ungarns. Dies wird durch die zahlenmäßige Zunahme der Zünfte bewiesen. 1376 gab es in vier sächsischen Städten Hermannstadt/ Nagyszeben, Schäßburg/Segesvar, Mühlbach/Szászsebes und Broos/Szászváros schon 19 Zünfte. Diese Entwicklung wird auch dadurch widergespiegelt, daß König Sigismund 1402 Bartfeld/Bártfa, Leutschau/Lőcse, Tyrnau/Nagyszombat, Preßburg/Pozsony und Ödenburg/Sopron mit dem Stapelrecht ausstattete und ihren Bürgern das Recht des Freihandels auf dem Gesamtgebiet Ungarns gewährte. Auf die ununterbrochene Entwicklung der Städte weist hin, daß König Sigismund im Jahre 1405 mit einem besonderen Gesetz die Rechte der Städte regelte; in demselben Jahr wurde auch das deutschsprachige Gesetzbuch der Stadt Ofen/Buda kompiliert. Das Ofener Gesetzbuch, das keine einheitliche Konzipierung hatte und in mehreren Phasen entstand, faßte die Elemente der Rechte der westlichen Städte, vor allem die Elemente des Magdeburger Rechtes, die Privilegien, die Satzungen, die Zunftordnungen und zum Teil das Gewohnheitsrecht der Stadt Ofen/Buda in ein System zusammen. Dieses Gesetzbuch wurde dann zu einem landesweit befolgten Modell. Neben den Städten nahmen auch die Marktflecken eine schwungvolle Entwicklung. Allerdings mischte sich die Politik in die organische Entwicklung der deutschen Siedlungen im Karpatenbecken hinein. König Sigismund verpfändete 1412 dem polnischen König Wladislaw IL zur Finanzierung des Krieges gegen Venedig die Städte Lublau/Lubló, Gnezda/Gnézda, Podolin, die Burgdomäne von Lublau/Lubló, sowie weitere 13 Zipser Städte. Die Städte unter polnischer Herrschaft — Iglau/Igló, Leibic, Durand, Ruszkin, Béla, Ménhárd, Szepesszombat, Strázsa, Matheóc, Felka, Poprád, Olaszi und Váralja -bewahrten bis zum Ende ihre Selbstverwaltung und auch das Bewußtsein, zu Ungarn zu gehören. Dank ihrer Entwicklung bauten die Städte neben der wirtschaftlichen Führungsposition auch ihre politische Macht aus und ab 1430 konnten sie auch an den Versammlungen der Stände, an den späteren Ständetagen teilnehmen. Daher können auch die Siegel der Städte Preßburg/Pozsony und Ödenburg/Sopron auf der Urkunde des Ständetages aus dem Jahre 1438 gefunden werden. Dieser Ständetag wählte Albrecht von Habsburg zum Nachfolger von König Sigismund. In der Entwicklung der ungarländischen Städte bedeuteten die Angriffe der Türken, die am Ende des 14. Jahrhunderts begannen und vom 15. Jahrhundert an immer häufiger wurden, einen Bruch. Die Streifzüge der Türken bedrohten vor allem Südungarn und Siebenbürgen, und so fielen die sächsischen Städte in Siebenbürgen den Verwüstungen der Türken zum Opfer. All dies veranlaßte die Siebenbürger Sachsen zur Organisation ihrer Selbstverteidigung und zu einem in Europa einzigartigen Unternehmen, nämlich dazu, Kirchen mit einer guten strategischen Lage zu Wehrkirchen und zu Festungen auszubauen. Das Resultat dieser Tätigkeit war ein Festungsgürtel, der am Ende des 15. Jahrhunderts mehr als 300 Wehrkirchen einschloß. Von diesen Festungen erhielten sich bis heute immerhin noch 150. Die Städte und damit auch die Sachsen stießen in der Person des Königs Matthias auf einen Befürworter mit großer Macht. Als Ergebnis der Politik des Königs Matthias wurde die zweihundert Jahre alte Bestrebung des Siebenbürger Deutschtums im Jahre 1486 erfüllt: der König erweiterte die im Andreanum festgelegten Privilegien generell auf die sächsische Bevölkerung Siebenbürgens. So verwirklichte sich endlich die siebenbürgische sächsische Nation, die sächsische Universität (Universität Saxonum Transsylvaniae). Die im 16. Jahrhundert einsetzende Reformation veränderte grundsätzlich die religiöse und demzufolge auch die politische Einstellung der Bevölkerung in den Städten. Im 16. und im 17. Jahrhundert verbreitete sich das evangelische Bekenntnis unter den Deutschen und nahm ein solches Ausmaß an, daß diese Richtung des Protestantismus im Ungarn der Reformation auch „deutsches Bekenntnis” genannt wurde. Mit der rapiden Verbreitung des Protestantismus wurde die reformierte Konfession unter der ungarischen Bevölkerung das stärkste Bekenntnis und wurde als „ungarischer Glaube” bezeichnet. Die Herrschaft der Türken, die große Teile Ungarns besetzten, und die mit dieser Herrschaft eng verbundenen Heimsuchungen bedeuteten für die Menschen dieses Zeitalters neben der konfessionellen Spaltung die größte Belastung. In Europa war die Richtung der türkischen Eroberung Ungarn, und außer Ungarn das Heilige Römische Reich Deutscher Nation. Die Streitkräfte des mittelalterlichen ungarischen Staates erlitten am 29. August 1526 in der Schlacht bei Mohatsch/Mohács eine vernichtende Niederlage. Dem in der Schlacht gefallenen ungarischen König Ludwig von Jagellow II. folgten zwei Monarchen, Johann von Zápolya (1526-1540) und Ferdinand von Habsburg I. (1526-1564) auf den Thron; durch dieses Ereignis verband sich das Schicksal Ungarns für mehrere Jahrhunderte mit dem Habsburger-Reich. Das geteilte Land fiel durch die Eroberung von Ofen/Buda am 29. August 1541 der Macht der Türken als reife Frucht in den Schoß. Dies bedeutete die Spaltung des Landes in drei Teile. Das königliche Ungarn war von der Dynastie der Habsburger beherrscht, der innere Teil des Landes war von den Türken besetzt, die östlichen Regionen, das siebenbürgische Fürstentum, das die Türken als Lehen hatten, wurde von ungarischen Fürsten regiert. Dieser gegebene politische Rahmen bestimmte für 150 Jahre die politische, wirtschaftliche, kulturelle und gesellschaftliche Entwicklung des Karpatenbeckens. In dem ab 1541 dreigeteilten Land war man sogleich darum bemüht, daß die von den Türken nicht besetzten Teile — Westungarn und Siebenbürgen — weiterhin eine organische Einheit bilden sollten. Die Siebenbürger Sachsen traten dafür ein, Siebenbürgen mit dem königlichen Ungarn, also mit den Habsburgern, zu verbinden. In diesem Sinne arbeiteten der Sachsengraf Markus Pemfflinger und Petrus Haller im Vertrauen auf die westliche Unterstützung. Aber diese Bestrebung scheiterte bald an Leuten, die sich nach der Realpolitik richteten. Der größte Gegenspieler Pemfflingers war der Kronstädter Stadtrichter Lukas Hirscher, der sich schon ab 1530 dem Lager Zápolyas näherte, und mit Ausnahme von Hermannstadt anerkannten die Sachsen in kürzester Zeit Zápolya als ihren König. Der Angriff der Türken in den Jahren 1551-1552, der zur Besetzung weiterer Landesteile führte, vernichtete jede Hoffnung, die sich die Vereinigung des königlichen Ungarn und Siebenbürgens zum Ziele setzte. Nach all diesen Ereignissen war klar, daß Siebenbürgen seine eigenen staatlichen Rahmen selbständig ausbauen mußte. Die Scheinselbständigkeit machte es den Siebenbürger Sachsen möglich, die Rechte der sächsischen Nationsuniversität Siebenbürgens zu erweitern, diese zu verteidigen und eine Art von Autonomie zu verwirklichen. Durch die Verbreitung der Reformation und durch die Kirchenerneuerung von Johannes Honterus (Kirchenordnung aller Deutschen im Sybenbürgen 1560) bildeten die siebenbürgischen Sachsen eine eigene nationale Kirche heraus. Die Verbreitung der Reformation in Siebenbürgen wurde durch die in Europa noch unbekannte gegenseitige religiöse Duldung (Toleranz) in großem Maße leichter gemacht. In diesem Sinne wurde schon 1534 auf dem Landtag zu Mediasch/Medgyes ein Beschluß gefaßt. Die entscheidenden Schritte in diese Richtung waren die Thorenburger/Tordaier Landtage der Jahre 1557, 1564, 1568 und 1571, wo die Stände beschlossen, daß die vier rezipierten — katholischen, kalvinistischen, evangelischen und unitarischen — Konfessionen frei ausgeübt werden durften, die orthodoxe Kirche wurde nur geduldet. Siebenbürgen stand zwar unter türkischem Protektorat, trotzdem konnten die Regionen Siebenbürgens die Verwüstungen der Türkenkriege und die durch diese Kriege verursachte Hungersnot und Epidemien nicht vermeiden. Wegen dieser Umstände blieb die Entwicklung, eingeschlossen die Entwicklung der sächsischen Städte und der sächsischen Siedlungsgebiete, stehen. Die Siebenbürger Sachsen konnten allerdings trotz all dieser Ereignisse noch weitere zweihundert Jahre lang erfolgreich gegen die Condvialität — das Recht der Ansiedlung der nichtsächsischen Bevölkerung in den von den Sachsen bewohnten Städten und auf ihren Siedlungsgebieten — ankämpfen. Neben Siebenbürgen blieben die wichtigsten deutschsprachigen Siedlungsgebiete des Karpatenbeckens weiterhin die Zips und Westungarn (das spätere Burgenland). Auf dem Gebiet des Königlichen Ungarn, in Oberungarn, erlebten die Städte im 16. Jahrhundert durch den bedeutenden Erzbergbau, im Gegensatz zu Siebenbürgen wieder eine Blütezeit. Neben der wirtschaftlichen Entwicklung spielten auch die religiöse Erneuerung, die Reformation eine bedeutende Rolle beim Ausbau und bei der Bewahrung des eigenen Schulsystems und der Unabhängigkeit der Nationalitäten, die auf diesem Gebiet lebten, vor allem der deutschen. Aber außer den besetzten und siebenbürgischen Gebieten erreichten die türkischen Einfälle auch die Städte in Oberungarn und in der Zips. Neben den beständigen Kämpfen mit den Türken nahm die Gegenreformation in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts ihren Anfang und nahm ab 17. Jahrhundert einen großen Aufschwung. Die deutschsprachige Bevölkerung Oberungarns geriet wegen ihrer Konfession mit der Habsburger-Dynastie, die Ungarn gegen die Türken verteidigte, in Konflikt. Die Ausbreitung der Gegenreformation und die von der ungarischen Tiefebene umsiedelnde Bevölkerung ungarischer Nationalität gefährdete die nationale Selbständigkeit der Zipser Sachsen. Wegen der konfessionellen Bedrohung traten die Zipser Sachsen auf die Seite Bocskais, Bethlens, Georg Rákóczis I. und IL, Thökölys und Franz Rákóczis IL (z.B. Jakob Kray aus Käsmark/ Késmárk, Martin Lányi, Samuel Topperczer, der Rákóczi-Brigadier Urban Czelder). Die Gegenreformation nahm ab 1670 ein bis dahin noch nicht erfahrenes Ausmaß an. 1673 wurden 32 evangelische Prediger und Lehrer Niederungarns in Preßburg/Pozsony zur Ausweisung verurteilt. Ein Jahr später, 1674 wurden sämtliche Prediger und Lehrer mit lutherischer Konfession Oberungarns erst zum Tode, dann zur Galeerenstrafe verurteilt. 

 
Diese Ereignisse konnten nur durch „das Blutbad von Preschau/Eperjes ” des Generals Caraffa im Jahre 1687 übertroffen werden. Nach alldem ist es verständlich, daß die Zipser Sachsen bis zum Äußersten dem Freiheitskampf Franz Rákóczis IL treu blieben. Dank des durch das Fürstentum gewährten Schutzes konnten die Siebenbürger Sachsen jedoch den Schlägen der Gegenreformation entkommen; gestärkt durch ihre aufrechterhaltene nationale Souveränität erwiesen sie sich als treue Befürworter der habsburgischen Bestrebungen. Nach der türkischen Niederlage bei Wien des Jahres 1683 ergriffen die kaiserlichen Truppen die Initiative und damit begann die Befreiung Ungarns von der hundertfünfzigjährigen Herrschaft der Türken, die so richtig mit der Rückeroberung von Ofen/Buda am 2. September 1686 einen Aufschwung nahm. Die Befreiungskriege bis 1699 verwüsteten Ungarn erneut. Die Verheerung der Kriege übertraf alle Vorstellungen. Das Habsburgerreich dehnte seine Obergewalt auf das ganze Donaubecken aus. Infolge all dieser Ereignisse reduzierte sich die Bevölkerung Ungarns am Anfang des 18. Jahrhunderts auf 3,5 Millionen Menschen. Die durch die Kriege verursachte Verwüstung und Entvölkerung betraf vor allem die mittleren und südlichen Teile des Landes, also vorwiegend die von den Ungarn bewohnten Gebiete; und so entvölkerte sich der mittlere Teil des Landes beinahe völlig. Die spärlich bewohnten Gebiete und die unsicheren Eigentumsverhältnisse zogen Siedler in großer Zahl aus anderen Landesteilen und aus dem Ausland an, wodurch die ethnische Struktur Ungarns grundsätzlich verändert wurde. Die am Ende des 17. Jahrhunderts in Gang gekommene Migration bedeutete die Ansiedlung der Südslawen (Kroaten, Serben, Schokatzen, Bunjewatzen) von Süden her, die spontane Wiederkehr der ehemals eingeborenen ungarischen Bevölkerung, den Einzug anderer ethnischer Gruppen (Rumänen, Slowaken, Ruthenen, Juden) der Randgebiete. Mit der Zurückeroberung des Landes traten der Wiedergewinn der verwüsteten Gebiete und die erneute Einschaltung dieser Gebiete in das wirtschafdiche Leben beinahe gleichzeitig auf, was aber erst durch den Wiedergewinn der Ertragfähigkeit des Ackerlandes verwirklicht werden konnte. All dies machte es nötig, die unbewohnten oder nur spärlich bewohnten Gebiete zu bevölkern. Unter den wirtschaftlichen Ursachen der Ansiedlung spielte auch die merkantilistische Anschauung des Hofes im 17. Jahrhundert eine wichtige Rolle („Ubi populus, ihi obulus” — „Wo das Volk, dort das Geld”). Neben dem wirtschaftlichen Anreiz spielten die militärischen Gesichtspunkte eine eben so wichtige oder sogar noch wichtigere Rolle. So war es bei der Ansiedlung der entvölkerten Grenzgebiete, denn die dort eingerichteten Grenzschutzregimenter hatten eine Schlüsselstellung im Verteidigungssystem gegen die Türken. Neben wirtschaftlichen und militärischen Standpunkten wurde der Akzent im 18. Jahrhundert bei der Bevölkerung Ungarns auch auf religiöse Konzeptionen gelegt. Durch diese Voraussetzungen am Ende des 17. Jahrhunderts wurde die Möglichkeit für eine neuerliche deutsche Kolonisation nach dem Mittelalter (12.-13. Jahrhundert) geschaffen. Der Erzbischof Graf Leopold Kolionich reichte 1689, nach 15 monatiger Arbeit, dem Kaiser Leopold I. (1657-1705) sein Einrichtungswerk des Königreichs Ungarn ein. Dieses Werk enthielt die grundlegend reorganisierte Verwaltung und die Germanisierung Ungarns. Der Erzbischof hatte die Meinung, daß die ganze Monarchie daran ein Interesse haben sollte, jeder Provinz die eigene Autarkie auszubauen. In diesem Sinne sollte auch Ungarn zur Selbstversorgung fähig gemacht werden: „Es muß bevölkert und reich gemacht werden, es muß mit Militär, mitBurgen, mit Einkommen und mit Regalien persorgt werden”. Auch dieser Entwurf •war vom Merkantilismus durchdrungen. Die meisten Vorschläge des Entwurfs von Kolionich wurden zwar nicht angenommen, aber in bezug auf die Ansiedlung der Deutschen in Ungarn wurde seine Konzeption verwirklicht. Durch eine Reihe von Aufständen der Ungarn im 17. Jahrhundert kam vom Standpunkt des Habsburger Hofes der Vermischung der Ungarn mit anderen Nationalitäten eine besondere Bedeutung zu. Hier sollen vor allem die Germanisierungsbestrebungen betont werden. Der Erzbischof Graf Leopold Kollonich formulierte in seinem Entwurf weiter: „damit das Königreich oder wenigist ein großer Theil dessen nach und nach germanisieret, das hungarische t(u Revolutionen und Unruhen geneigte Geblüt mit dem teutschen temperiret und mithin zur beständigen Treu und Ueb ihres natürlichen Erbkönigs und Herrn aufgerichtet werden möchten”. Die schon früher erwähnten und in dem Zitat festgehaltenen Vorstellungen erlangten in den Konzeptionen des Hofes eine besondere Bedeutung, was auch dadurch bewiesen wird, daß das erste Impopulationspatent gleich nach der Ablehnung des Entwurfes von Kollonich am 11. August 1689 erschien. Bei der Ansiedlung spielte sowohl die private, als auch die staatliche Form eine wichtige Rolle. Im Falle der Privatkolonisation, aber auch bei der durch den Staat durchgeführten Besiedlung galten die Förderung der Wirtschaft, eine produktionsfähige Landwirtschaft, eine spezialisierte Industrie und ein entwicklungsfähiger Handel als Ziel. Die erste private Kolonisation kam 1689 durch die Privatinitiative des Eisenberger/Pécsvárader Abtes Franz Jánys in Gang. Zur selben Zeit begann die Familie Zichy ihr Landgut im Komitat Pest -Altofen/Óbuda, Wudigeß/Budakeszi – zu besiedeln. Aber bis zum Jahre 1712 kann ausschließlich von sporadischen Siedlungsaktionen gesprochen werden. Einer der größten Großgrundbesitzer Ungarns jener Zeit, Graf Alexander Károlyi, setzte 1712 eine Reihe von sorgsam ausgearbeiteten und systematisch durchgeführten Siedlungsaktionen in Bewegung, die bis zu den 1790-ern anhielten. Der Wiener Hof konnte mit der durch die Migration entfalteten Bevölkerungsumschichtung sein Ziel nicht erreichen, denn durch diese Aktionen wanderten nur die Einheimischen hin und her und damit wurde der staatliche Kontributionsfond nicht erhöht. Die Aufmerksamkeit des Hofes und der ungarländischen Großgrundbesitzer richtete sich aufs Ausland. Dies zeigt sich auch darin, daß der Wunsch der ungarischen Stände, der die Besiedlung unterstützte, durch den Landtag der Jahre 1722/1723 in Preßburg/Pozsony zum Gesetz erhoben wurde. Dieses Gesetz hielt bei der Inlandskolonisation daran fest, die Leibeigenen an die Scholle zu binden, wodurch das Recht der Grundbesitzer in bezug auf die Ausschließung der größeren Siedlungsaktionen unterstützt wurde, überdies brachte es die Großgrundbesitzer dazu, neue Untertanen aus dem Ausland anzusiedeln. Die aus fremden Länder nach Ungarn kommenden Kolonisten waren einige Franzosen aus dem Elsaß, Italiener und Spanier, vor allem aber Deutsche, und zwar katholische Deutsche. Die Deutschen, die sich im Ungarn des Mittelalters – in der Zips und auf dem siebenbürgischen Königsboden — niederließen, stammten aus den nördlichen und mittleren Regionen des Deutschen Reiches. In Gegensatz zu ihnen kamen die deutschen Siedler des 18. Jahrhunderts aus den südlichen und westlichen Ländern des Deutschen Reiches. Die Ansiedlung der Deutschen wurde durch die Hofkammer und von der Aristokratie organisiert. Wegen ihrer mäßigen finanziellen Möglichkeiten konnten sich die Mittel- und Kleinbesitzer der Ansiedlung kaum oder gar nicht anschließen, sie hatten keine Möglichkeit, die sehr teuren und nur bei großer Anzahl der Kolonisten rentablen Unternehmen zu finanzieren. Durch die Ansiedlung im 18. Jahrhundert bildeten sich neben den mittelalterlichen sechs neue deutsche Siedlungsgebiete in Ungarn heraus: das Mittelgebirge Transdanubiens — der Buchenwald/Bakony, das Schildgebirge/ Vértes, das Ofener Bergland/Budai Hegység mit den Zentren Wesprim/Veszprém, Stuhlweißenburg/Székesfehérvár, Ofen/Buda, Waitzen/Vác, Gran/Esztergom und Pest/Pest das südöstliche Transdanubien – die Komitate Tolnau/Tolna, Branau/Baranya, Schomodei/Somogy, die sogenannte Schwäbische Türkei mit dem Zentrum Fünfkirchen/Pécs Ostungarn — das Komitat Sathmar mit den Zentren Großkarol/Nagykaroly und Sathmar/Szatmär Slawonien und Syrmien mit dem Zentrum Eßeg/Eszék; die Batschka mit dem Zentrum Neusatz/Újvidék; das Banat mit dem Zentrum Temeschwar/Temesvár Die Begünstigungen und Erleichterungen, die den Kolonisten bei den Siedlungsaktionen der Kammer gewährt wurden, waren: Zollfreiheit bei der Anreise nach Ungarn Die Sicherstellung kostenfreier Grundstücke und Wohnsitze Volle und partielle Steuerfreiheit, in beiden Fällen für drei Jahre Baumaterial wurde durch die Hofkammer finanziert Der Freihandel und die jüdische Konkurrenz wurden aufgehoben Die Ansiedler konnten ohne Rücksicht auf die Konfession ihren eigenen Prediger mitbringen Der Aufbau der Pfarreien wurde durch die Kammer finanziert 15 Jahre Abgabefreiheit für Handwerker Bei der Ansiedlung, die von Graf Károlyi 1712 begonnen wurde, kamen die Kolonisten aus Oberschwaben zwischen dem Bodensee und der Donau. Nach Anfangsschwierigkeiten ließen sich 2072 deutsche Familien – etwa 10-11.000 Menschen — in den 31 Dörfern des Komitates Sathmar nieder. Neben den Schwaben kamen auch Schweizer, Franken und Badener in Ungarn an. Dank dieses Ereignisses bildete sich eine Art schwäbisches Volksbewußtsein im Laufe des 18. Jahrhunderts heraus, doch dieses Bewußtsein war überhaupt nicht charakteristisch für die anderen von Deutschen besiedelten Gebiete. Am Ende des 18. Jahrhunderts entwickelte sich ein neuer Zweig der ungarländischen Deutschen — neben den Sachsen des Mittelalters —, die „schwäbische” Nation. Ihren Namen erhielten sie neben den schon erwähnten Ursachen im 18. Jahrhundert auch aus folgendem Grund: die schwäbischen Truppen des Markgrafen Ludwig von Baden (Türkenlouis) nahmen nach der Rückeroberung von Ofen/Buda im Jahre 1686 auch an der Befreiung des südlich von Ofen/Buda liegenden Gebietes teil und die ersten deutschen Siedler dieses Gebietes rekrutierten sich aus den ausgedienten Soldaten dieser schwäbischen Truppen. Gegen den „schwäbischen” Namen protestierten die Nachkommen der im Mittelalter in Ungarn niedergelassenen Sachsen heftig. Neben der Besiedlung des Komitats Sathmar spielte die von der Aristokratie organisierte Ansiedlung auch bei der Kolonisation des südlichen Transdanubien eine entscheidende Rolle. Auf diesem Gebiet Transdanubiens, ebenso wie in anderen Regionen des Landes, erhielten die in den Befreiungskriegen verdienstvollen kaiserlichen Generäle, die Hochadeligen und ihre Familien, sowie die Aristokratenfamilien, die schon vor der Türkenzeit hier über Domänen verfügt hatten, Latifundien. Die unbewohnten Gebiete der Komitate Branau, Tolnau und Schomodei wurden von den Eszterházys, Doris, den Grafen Wallis, und nicht zuletzt von Graf Claudius Florimund Mercy (1666-1734) besiedelt. Bei der Kolonisation der Komitate Tolnau und Branau war die Tatsache bestimmend, daß der Bevollmächtigte der Ansiedlung in Südungarn, der Militärgouverneur Graf Mercy unter den deutschen Kolonisten wählen konnte und es sich auch erlauben konnte, die im Banat gewährten Voraussetzungen zu überbieten und die Ansiedler auf seine Domänen zu locken. Viele dieser Kolonisten, die ihre Hoffnungen aufbessere Bedingungen setzten, kehrten aus dem Banat in die von ihnen zuvor verlassenen Komitate Branau und Tolnau zurück. Die große Siedlungsaktion begann in den 1720-ern, um ihren Höhepunkt in den 1730-er Jahren zu erreichen. In den 1720-er Jahren, als die Besiedlung des Komitates Tolnau ihren Anfang nahm, behinderten die Grundbesitzer des Deutschen Reiches die wohlhabenden Handwerker mit Unternehmungslust und die Bauern, die wegen des Erbrechts des Erstgeborenen später keine selbständigen Bauern werden konnten, bei der Auswanderung nicht. Dadurch waren die die Kolonisation organisierenden Großgrundbesitzer nicht gezwungen, jeden Kolonisten aufzunehmen, ja sie konnten sogar verlangen, daß die Siedler mindestens über ein Vermögen von 200 Gulden verfügten. Die Kolonisten mußten mit dieser Summe ihre eigenen Wirtschaften in der neuen Heimat aufbauen. Zu dieser Zeit erhielten sie nämlich außer Boden und Grundstück keine weitere Hilfe, aber dank ihres Fleißes und ihrer Tüchtigkeit brachten sie während einer Generation den am Anfang des 18. Jahrhunderts noch beinahe völlig unbewohnten und zerstörten Landesteil zur Blüte. Allein im Komitat Tolnau ließen sich im 18. Jahrhundert Deutsche in 61 Dörfern und Gemeinden nieder. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts wurde der Strom der Ansiedler so schwach, daß deutsche Kolonisten zu dieser Zeit nur mehr in 5 Dörfern ankamen. Die Besiedlung der Schwäbischen Türkei ist also eng mit der 1722 begonnenen ersten großen Ansiedlung der Schwaben verknüpft.
 
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